Unterstützung und Beratung im Früh- und Elementarbereich wird für alle
sehbehinderten, blinden sowie mehrfachbehinderten sehgeschädigten
Kinder und ihre Bezugspersonen in Schleswig-Holstein angeboten.
Sehschädigung
bedeutet oft eine Erschwernis der kindlichen Entwicklung. Entscheidende
Bereiche wie Wahrnehmung, Bewegung, Sprache oder Sozialverhalten
unterliegen den besonderen Bedingungen, die durch fehlendes oder
eingeschränktes Sehvermögen beeinflusst werden.
Aufgabe
der Unterstützung und Beratung im Früh- und Elementarbereich ist es,
den Eltern auf Wunsch als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und
sie im Prozess der Auseinandersetzung mit der Behinderung ihres Kindes
zu unterstützen. Gerade die ersten Lebensjahre des behinderten Kindes
sind für die Eltern mit erheblichen emotionalen, psychischen und
organisatorischen Belastungen verbunden. Unterstützung und Beratung
wird beispielsweise für den Umgang mit Behörden, die Klärung
medizinischer Fragen oder die Bewältigung des Alltags mit einem
sehgeschädigten Kind angeboten. Es gilt, die Eltern über die möglichen
Auswirkungen der Sehschädigung zu informieren und gemeinsam die
Entwicklung des Kindes kontinuierlich zu beobachten und zu begleiten.
Konkrete Anregungen zur Förderung des Kindes beziehen sich beispielsweise auf
visuelle Wahrnehmungsfähigkeit (u.a. durch visuelle Stimulation)
Entwicklung und Integration der verschiedenen Wahrnehmungsbereiche
Spielfähigkeit (u.a. durch Beratung in der Spielzeugauswahl)
motorischen Fähigkeiten
Exploration der Umwelt
Orientierung und Mobilität (O&M)
Lebenspraktischen Fertigkeiten (LPF)
Soziale Kompetenz
Einen
weiteren Schwerpunkt bildet die Beratung von Personen in Einrichtungen,
die für das sehgeschädigte Kind und seine Eltern bedeutsam sind. Diese
können sein: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen örtlichen
Frühförderstellen, Kindergärten oder Kindertagesstätten,
Heilpädagoginnen und Heilpädagogen, medizinisch - therapeutische
Fachkräfte sowie Kinder- und Augenärztinnen/-ärzte.
Neben
dem beratenden Gespräch mit den Angehörigen und dem fördernden Umgang
mit dem Kind im Elternhaus oder in anderen Einrichtungen bieten die
Lehrkräfte des Landesförderzentrums Sehen, Schleswig
Eltern-Kind-Treffen und Fortbildungsveranstaltungen für das
pädagogische Personal von Frühförderstellen und Kindergärten an und
vermitteln Kontakte der betroffenen Familien untereinander, soweit dies
gewünscht wird.
Im Rahmen der Kooperation arbeiten die Lehrkräfte im Früh- und
Elementarbereich mit anderen Organisationen zusammen, die Frühförderung
anbieten.
Alle
Bemühungen um die Förderung des Kindes sind darauf gerichtet, den
individuellen Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes gerecht zu werden.
So kann aus sehgeschädigtenpädagogischer Sicht ein Beitrag zur
Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit des Kindes geleistet werden. Die
Beratungsgespräche und Besuche finden in der Regel im Lebensbereich des
Kindes statt, d. h. in seinem Elternhaus bzw. in der Einrichtung, die
das Kind besucht. Intensität, Dauer und Schwerpunkte der Unterstützung und Beratung richten sich nach den jeweiligen Bedürfnissen der
Betroffenen sowie nach den personellen Möglichkeiten des Landesförderzentrums Sehen, Schleswig.
Die
Lehrkräfte im Früh- und Elementarbereich begleiten die Familie bei der
Auswahl einer geeigneten Schule und beim Übergang in die jeweilige
Schulform.